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Erfolgsmotor Raumaufteilung – Wie finde ich das richtige Bürokonzept für mein Unternehmen?

Konzentriertes Arbeiten in der Einzelzelle, kreatives Grundrauschen im Co-Working-Büro: Ob eine Gewerbeimmobilie zum Unternehmen passt, hängt auch davon ab, wie die Bürofläche gestaltet wird. Der Standortfaktor Raumaufteilung hat ähnliche Bedeutung wie die Lage oder das Preisniveau – und verdient deswegen mehr als eine Überlegung.

Die Zelle: Relikt oder Traumarbeitsplatz?

Das Zellenbüro gehört entweder zu einer aussterbenden Gattung oder ist quicklebendig – je nachdem, wen man fragt. Die bso-Studie 2011 etwa kam zu dem Ergebnis, dass mehr als 90 Prozent der Büroflächen aus Einzel- oder Zweierbüros bestehen.

Egal ob Sie auf der Suche nach einer neuen Büroimmobilie sind oder einem neuen Produktionsstandort, ob Sie in der Werbeindustrie arbeiten oder gerade ein Start-up im Technologiebereich gegründet haben – die Standortfaktoren bieten Ihnen einen Orientierungsrahmen. Eine Ihren Unternehmenszielen angepasste Gewichtung gibt dann den Ausschlag darüber, wo Sie und Ihre Mitarbeiter sesshaft werden. Für die einen ist das Zellenbüro ein Relikt aus Zeiten, in denen jeder Mitarbeiter nur ein Rädchen in einem hierarchischen Apparat war. Andere schätzen die Ruhe und die Konzentrationsfähigkeit.

Die Wahrheit liegt irgendwo dazwischen: Wer einzeln arbeitet, kann sich auf seine Aufgabe konzentrieren. Eine Studie des Fraunhofer Instituts (2011) zu den Anforderungen an den optimalen Arbeitsplatz bestätigt die Performance-Faktoren des Einzelbüros. Auch vertrauliche Gespräche mit Kunden, Mitarbeitern oder Klienten lassen sich in der ruhigen Atmosphäre einer Zelle besser gestalten. Auf der anderen Seite ist eine Zelle der Inbegriff von Isolation. Die abgeschlossene Raumaufteilung eignet sich weder für die umweglose Kommunikation mit den Kollegen, noch fühlt sich ein Besucher in Geschäftsräumen aus Einzelbüros mit all den geschlossenen Türen willkommen.

Dennoch: Unternehmen, bei denen der diskrete Kundenkontakt im Mittelpunkt steht, sind mit der Zellenarchitektur hervorragend bedient – Diskretion ist im Raumkonzept schon eingebaut. Das gilt etwa für Anwaltskanzleien oder Steuerbüros, in denen Unterlagen außerdem mit höchstmöglicher Konzentration bearbeitet werden müssen. Die Zellenarchitektur ist allerdings überaus flächenintensiv und wenig flexibel. So ist es schwer, eine Raumaufteilung im Spiegel neuer Anforderungen zu verändern.

 

Das Kombibüro: zusammen – allein – zusammen

Einen Ausweg aus der Isolationsfalle der durchgehenden Einzelbüros soll das Kombibüro liefern. Hier öffnen sich Zellenbüros zu offenen Flächen, die flexibel von allen Mitarbeitern genutzt werden.

Diese Büroraumart ist vor allem bei Kreativagenturen beliebt, bei denen sich kommunikative Planungsphasen mit konzentrierten Umsetzungsphasen abwechseln. Zu dieser Erkenntnis kommt auch das Fraunhofer Institut, das im Kombibüro die beste Ausprägung eines Büros für die Büros für die Kreativwirtschaft im 21. Jahrhundert sieht.

Ist die Raumfläche optimal aufgeteilt, schafft es das Kombibüro mühelos, Privatsphäre, spontane Kommunikation, Teamwork und Konzentration unter einen Hut zu bringen. Diese Büroraumgestaltung verlangt allerdings eine sorgfältige Vorplanung. Aufgrund der notwendigen Raumbedarfe für die Zonen ist dieses Bürokonzept je nach Mitarbeiterzahl überaus flächenintensiv. Eine einmal getroffene Raumaufteilung lässt sich außerdem nur schwer verändern – und die Raumwirkung kann bei einer Neustrukturierung zerstört werden.

Das Großraumbüro: alle an einem Strang?

Eine aktuelle Studie aus Schweden zum Einfluss der Büroraumgestaltung auf die Mitarbeitergesundheit bestätigt, was viele vom Großraumbüro denken: Es ist zu laut, es ist mitunter zu voll und es sorgt für stressbedingte Krankheiten.

Zu den Großraumbüros zählen Büroflächen mit mehr als 10 Arbeitsplätzen, die flexibel im Raum verteilt und oft nur durch Raumteiler voneinander abgegrenzt sind. Der Vorteil dieser Gestaltung liegt auf der Hand: Kommunikation ohne Umwege. Doch konzentriertes Arbeiten ist in der konstanten Geräuschkulisse nur schwierig möglich.

Auch das Maximum an Flexibilität spricht für ein Großraumbüro, verführt aber gleichzeitig dazu, die vorhandene Fläche mit immer mehr Arbeitsplätzen auszustatten, ohne auf das Arbeitsgefühl des Einzelnen zu achten. Dennoch ist das Großraumbüro die einfachste und kostengünstigste Möglichkeit, um schnell arbeitsfähig zu werden. Bei großflächigen Grundrissen sind keine Umbauten nötig, die Arbeitsplätze können frei arrangiert werden. Mit relativ kostengünstigen Maßnahmen lassen sich akustische Nachteile zumindest reduzieren.

Trotzdem folgt bei einem Großraumbüro auf jedes Für ein direktes Wider. Dies lässt sich nur durch eine umsichtige Gestaltung auffangen, die hohes Fingerspitzengefühl verlangt. Ein solches Bürokonzept ist außerdem nur sinnvoll, wenn die Kommunikation das wichtigste Element der Zusammenarbeit ist und Arbeitsabläufe relativ standardisiert sind – etwa in Call-Centern oder News- und Contentagenturen.

Co-Working: das Büro 2.0?

Co-Working-Spaces gelten als direkter Ausdruck der sich verändernden Arbeitswelt: Aufgaben sind zunehmend projektgetrieben, Teams arbeiten temporär, Mitarbeiter werden auf selbstständiger Basis für einen Auftrag angeworben.

Das Büro muss sich diesen Gegebenheiten, wie sie vor allem für die Start-up-Landschaft bezeichnend sind, anpassen. Ein Kontingent an Arbeitsplätzen wird veränderlich und frei im Raum arrangiert. Gut gestaltete Co-Working-Spaces bieten zudem verschiedene Arbeitsgelegenheiten auch außerhalb eigentlicher Bürogestaltung: Sitzgruppen, bequeme Sessel und Tische wechseln sich ab, jeder Platz wird zum Arbeitsplatz erhoben.

Alles ist im Fluss, alles ist temporär, das klingt nach Aufbruchstimmung und macht die „Faszination Coworking“ aus. Diese Freiheit lässt sich im Co-Working-Büro grundsätzlich bei jedem Grundriss und mit wenig Aufwand umsetzen: Heute angemietet, morgen startklar ist einer der größten Vorteile.

Wo die Freiheit regiert, ist das Chaos allerdings meist nicht weit, denn wenn der Raum sich ständig verändert, wird konzentriertes, stringentes Arbeiten zu einer Herausforderung. Es wäre ein Leichtes, im Co-Working-Büro eine hippere Variante des Großraumbüros zu sehen, doch die Flexibilität ist höher. Schließlich hat ein Mitarbeiter die Möglichkeit, seinen Arbeitsplatz innerhalb weniger Minuten nach seinen Bedürfnissen zu wechseln.

Dennoch hat dieses Raumkonzept etwas Temporäres. Es gibt nicht wenige Start-ups, die nach der kommunikationsintensiven Anfangsphase im Co-Working andere, statischere Raumkonzepte umsetzen.

Fazit

Wer auf der Suche nach der passenden Gewerbeimmobile seine Aufmerksamkeit nicht nur den äußeren Standortfaktoren, sondern auch den inneren Werten widmet, positioniert sein Unternehmen also optimal – für den Workflow, für die Kunden, für den Erfolg.